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Erntedankgottesdienst am 12.10.2019

Der Raum geschmückt mit einem geschmackvoll gestalteten Erntedankgabentisch. Die Stühle für die Gäste bereitgestellt. Erwartungsvolle Stimmung. Dann kamen sie, sieben Gäste und alle Gemeindemitglieder. Der kleine Gottesdienstraum sah schon lange nicht mehr so viele Besucher. „Wenn auch 15 Gäste an sich keine große Zahl darstellt, in Prozenten ausgedrückt sind dies fast  200 % der Mitgliederzahl“, bemerkte unser Gemeindeleiter Bernd Meier mit einem Schmunzeln. Die Liedermacherin Siegi Wilke gestaltete diesen Erntedankgottesdienst mit Texten und dazu thematisch passenden Liedern. In ihren Ausführungen ging es nicht nur um den Dank für die diesjährige Ernte, sondern sie warf auch einen Blick auf die Dinge, die die Menschen gesät haben, deren Konsequenzen wir heute tragen müssen: Umweltverschmutzung, Klimawandel und Hunger sind die Folgen von Misswirtschaft und Machtansprüchen. Aber Siegi Wilke blieb nicht bei der Kritik stehen, sondern machte Mut, sich mit den Möglichkeiten und Mitteln einzubringen, die jedem zur Verfügung stehen. Denn jeder kann so diese Missstände in seiner unmittelbaren Umgebung mildern.  „Danken wir in dem wir teilen. Dabei muss es nicht nur um materielle Dinge gehen, sondern heute sind Zeit, Aufmerksamkeit, Liebe und Zuwendung Mangelerscheinungen. Auch das sind Gaben, die wir großzügig weitergeben können“, so Siegi Wilke. Sie machte unmissverständlich klar, dass wir alle in einer Verantwortung stehen, die nun mal für das Leben in einer Menschengemeinschaft erforderlich ist. Darüber hinaus bieten aber der Glaube und die christliche Gemeinschaft Impulse, die das Leben mit Sinn und Freude erfüllen. Ganz zum Schluss lud sie ihre Gäste ein, bei ihrem bekannten Lied, „Herr, deine Liebe reicht soweit, soweit die Wolken gehen“ mit einzustimmen. Danken, in dem man teilt wurde dann auch gleich praktiziert, denn neben einer hübschen Erinnerungskarte und einer Praline, gab es ein schmackhaftes gemeinsames Mittagessen und jeder, der wollte, konnte sich etwas von dem Erntedankgabentisch mit nach Hause nehmen.

              

Freitagabend im "Haltepunkt der Adventgemeinde
Genthin

Es ist freitags um19:00 Uhr. Ich stehe vor dem Gebäude der Adventgemeinde Genthin in der Brandenburger Straße. Die Fenster sind erleuchtet, man erkennt Bewegung, das sind Leute...
Die Tür zum Eingangsbereich steht einen Spalt offen und lädt zum Eintreten ein. Ich öffne die Tür
und folge dem Licht. Stimmen und Musik kommen aus dem Gemeinderaum, der im hinteren Teil
des Gebäudes liegt. "Guten Abend, schön, dass du da bist!" Mit einem herzlichen Händedruck lädt man mich ein, auf einen der 15 Stühle, die um einen Tisch mitten im Raum stehen, Platz zu nehmen. Der Raum hat ein angenehmes Ambiente Das Kreuz an der Wand und die mit Blei verglasten Fenster mit Szenen aus der Bibel heben den christlichen Charakter des Raumes geschmackvoll hervor.

Nach und nach kommt noch der eine oder andere: Eine Krankenschwester, einige Rentner und zwei treue Seelen aus dem Genthiner Wohnheim. Ja, das fansziniert mich. Menschen aus Genthin und Umgebeung, Menschen die voll im Leben stehen und Menschen, die ein Handicap haben verbringen diesen Abend gemeinsam, gehen aufeinander zu und ergänzen sich. Das nenne ich Integration.
"Freitagabends beginnt mit dem Sonnenuntergang der biblische Ruhetag, der Sabbat. Wir halten inne vom Alltagsstress und wenden uns bewusst an Gott und an unsere Mitmenschen."

Nach dieser Einführung beginnt ein fröhliches Wunschliedersingen. Als intrumentale Begleitung dient eine Musikanlage mit Halbplayback-Cd's. Nachdem der letzte Ton verklungen ist, erzählt jeder der es mag, was in der vergangenen Woche bei ihm so los war: Fröhliches, Sorgen, Erlebnisse oder was einem auf der Seele brennt. Alles ganz zwanglos und freiwillig. In einer Gebetsrunde werden diese Dinge Gott vorgetragen. Es ist ein symbolischer Akt der Mitmenschlichkreit, wenn man so füreinander betet. Von dieser Fürbitte geht viel Kraft und Trost aus.

Einer in der Runde hat sich auf einige besinnliche Andachtsworte vorbereitet - einige Gedanken zu einem Bibelwort, eine kleine spannende Geschichte, aus der man was lernen kann, ein Zitat aus der Literatur o.v.m.

Langsam beginnt sich der Magen zu melden. Es wird höchste Zeit, Abendbrot zu essen. Plötzlich stehen alle auf und beteiligen sich am Herrichten des Abendbrottisches. Jeder hat etwas mitgebracht. Es wird probiert, genascht, gefuttert und kommentiert. Aber es schmeckt immer vorzüglich. Gegen 21:30 Uhr endet die Veranstaltung mit einigen Abendliedern. Manche verabschieden sich bis zum nächsten Freitag und manche bis zum nächsten Tag, denn dann trifft man sich wieder hier in dem Raum zum sabbatlichen Gottesdienst der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventistenin Genthin.

Der "Haltepunkt" am Freitagabend ist eine regelmäßige Veranstaltung, die seit Jahren besteht und sich bewährt hat. Es tut einfach gut, sich zum Ende einer arbeitsreichen Woche auf das Wesentliche zu besinnen und einmal anzuhalten, möglicherweise im "Haltepunkt" der Adventgemeinde Genthin.
Ich gehe auf jeden Fall wieder hin, denn dieses Miteinander hat mich beeindruckt und wann kommen Sie???

(Ein Erlebnisbericht von Siegi Wilke)